Grundeinkommen einführen

Wir brauchen ein "Grundeinkommen". Die Zahlen über "Arbeitslosigkeit" und "7,64Mio Atypisch-Beschäftigte" zeigen es ganz klar: Es gibt einfach nicht genug "offene Stellen" im Bereich der herkömmlichen Arbeit. Also müssen wir uns was anderes ausdenken. Über eine Neudefinition von "Arbeit" (was ist Arbeit) müssen wir natürlich außerdem nachdenken, doch das ist hier nicht das Thema.

Die Grundeinkommensverfechter fordern gern ein "bedingungsloses" Grundeinkommen. Wohl um zu provozieren. Das hilft der Sache natürlich überhaupt nicht. Geradezu automatisch fordert das bei den meisten Menschen eine Art innerer Abwehr heraus: "Bedingungslos? Wo kommen wir denn da hin?" Und sofort wird an die ganzen "Drückeberger" gedacht, die sowieso nur im Sinn haben, sich in ihrer sozialen "Hängematte" auszuruhen. So denke ja selbst ich.

Um so ausgiebiger habe ich mir über diese Einwendungen Gedanken gemacht und meine Antwort gefunden:

  1. Es stimmt, es gibt "Drückeberger". Doch die gibt es auch so schon. Diese Leute finden immer einen Weg. Eine Begründung, deshalb gleich die gesamte Idee "Grundeinkommen" abzulehnen, ist das nicht.
  2. Die meisten Menschen wollen arbeiten! Sie wollen gerne etwas tun. Sich selbst etwas beweisen oder anderen etwas beweisen. Sie wollen "etwas wert sein". Sich selbst gegenüber und auch anderen gegenüber. Sie möchten gerne mit dem, was sie tun, auf einer Augenhöhe sein mit allen anderen um sie herum. Alles andere ist ihnen peinlich. Das spürt man doch an allen Ecken und Enden! Wie sich die Leute abmühen in Shows wie "Supertalent" oder "Superstar". Oder im Sport: Sich messen mit den anderen. Besser sein wollen als die anderen.

Und damit komme ich zurück auf mein Welt- und Menschenbild, was vom Anliegen und vom Verwirklichen her glaube ich auf die meisten Menschen zutrifft. Ich schrieb unter Welt und Menschenbild:

Ich will, dass jeder sich und seine musischen, künstlerischen, handwerklichen, kaufmännischen Fähigkeiten frei und ohne Existenzangst entwickeln kann und dass er auch in diesem Persönlichen ein "gutes Leben" haben kann.

Tja - und diese Möglichkeiten hätten wir dann. So ein Grundeinkommen, und das noch gekoppelt mit einer Neudefinition dessen, was "Arbeit" ist und was "etwas wert ist, was einer tut" (also eine Neuorientierung und Umwertung von Werten sozusagen), das könnte unser aller Leben um so vieles reicher machen.

Was tun gegen die Drückeberger?

  1. Es gibt in jedem Menschen diese innere Uhr des Gebens und des Nehmens. Geht diese Uhr von einer Seite ausgehend falsch, so gibt es dafür nach den Hirnforschungen vom Umfeld das Instrument der "stillen" Sanktion. Man spricht nicht drüber, aber man lässt es diese Leute spüren: Durch Ausgrenzen, Spott, nicht mehr für voll nehmen, offen Verachtung zeigen, was weiß ich... Da kennt der Mensch viele Möglichkeiten. Und da wir Menschen alle soziale Wesen (d.h. von der Gemeinschaft letzten Endes immer abhängige Wesen) sind, wird sich das auf die Dauer schon der eine oder andere überlegen, ob er sich immer weiter um seinen Teil des "sozialen Gebens" herumdrücken will.

  2. Zweitens: Es ließe sich sogar eine Art "offizieller" Sanktion einführen! Sie kommt mir gerade in den Sinn aus den Gepflogenheiten in einem Sportverein, dem ich angehöre. Eine gewisse Stundenzahl ist einfach abzuleisten, und sei es nur Fensterputzen - ich sage ja: "Arbeit neu definieren". Und sonst gibt es eben eine Kürzung beim Grundeinkommen.

Und was die Bezahlbarkeit angeht - dazu habe ich bereits unter "Die Realität" und auch unter "Große belasten - Kleine entlasten" etwas gesagt. Das ist eine Frage der politischen Prioritäten, ganz bestimmt nicht eine Frage der Bezahlbarkeit.

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